Am ersten Dezemberwochenende starteten zahlreiche Bushido-Athlet*innen im Einzel- und Teamwettkampf der Deutschen Hochschulmeisterschaft (DHM) in Passau. Insgesamt kämpften 106 Studentinnen und 205 Studenten um einen der begehrten Podestplätze und damit um die Qualifikation zur Deutschen Einzelmeisterschaft (DEM) 2026 der Männer und Frauen.
Für zusätzliche Spannung sorgte die Tatsache, dass sich die Erst- und Zweitplatzierten zugleich für die European University Combat Championships (EUC) 2026 in Tirana (Albanien) qualifizieren konnten. Der Wettkampf zog nicht nur die besten Studierenden des Landes an, sondern bot auch zahlreiche emotionale Höhepunkte des Judosports.
Ein besonderes Highlight war der Newcomers-Cup, der am Sonntag gemeinsam mit dem Mixed-Team-Wettkampf der DHM ausgetragen wurde. Hier konnten alle Neulinge bis zum 3. Kyu erste Wettkampferfahrungen auf großer Bühne sammeln.
Mit dabei waren:
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Judith Suhrkamp (-70 kg, DSHS Köln)
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Aria Assarehha (-73 kg, Universität zu Köln)
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Dimitrios Katsikaris (-81 kg, DSHS Köln)
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Jakob Algisch (-100 kg, DSHS Köln)
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Linus Hohendorff (-90 kg, Universität zu Köln)
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Selina Mangold (+78 kg, Universität Bonn)
Knapp am Podium vorbei
Judith Suhrkamp hatte sich auch in diesem Jahr erneut das Ziel gesetzt, sich für die DEM und die EUC zu qualifizieren. In der Gewichtsklasse bis 70 kg kämpfte sie sich mit zwei souveränen Siegen bis ins Poolfinale vor, wo sie auf Lisa Oberföll (Heidelberg) traf. Nach einer starken Aktion gelang Judith ein sehenswerter Konter, der zunächst mit Ippon bewertet wurde. Noch vor der Fortsetzung des Kampfes wurde diese Wertung jedoch annulliert, sodass der Kampf ohne Wertung weiterlief. In der Folge fehlte kurz die Konzentration – eine Situation, die ihre Gegnerin nutzte und ihrerseits erfolgreich konterte. Damit war die direkte Qualifikation für die EUC zwar verpasst, das Ticket für die DEM 2026 jedoch weiterhin möglich. In der Trostrunde hatte Judith zunächst ein Freilos, da ihre Gegnerin aus der Hauptrunde nach einer Ohnmacht nicht mehr antreten konnte. Anschließend traf sie auf die NJV-Athletin Jara Prestin. Nach einem intensiven und über sieben Minuten dauernden Kampf setzte Judith sich durch, indem sie ihrer Gegnerin die dritte Strafe aufzwang, und zog ins kleine Finale ein. Dort wartete Emily Gränitz (Bochum). In einem ausgeglichenen Kampf ging Emily mit einem Waza-ari in Führung und nutzte anschließend eine Unachtsamkeit im Boden, um den Kampf mit einem Haltegriff zu beenden. Judith belegte damit einen starken 5. Platz und verpasste die DEM-Qualifikation nur denkbar knapp.
Eine weitere Chance bot sich jedoch noch am Sonntag im Teamwettkampf, in dem Judith für die WG Köln antrat und sowohl im Team als auch individuell erneut um eine EUC-Qualifikation kämpfen konnte.
Selina Mangold (+78 kg) musste sich im ersten Kampf Lara Schurz (Darmstadt) geschlagen geben, setzte sich jedoch in der Trostrunde durch und zog ins kleine Finale ein. Dort unterlag sie trotz starker Leistung Clara Schlüter (Universität Stuttgart) knapp und belegte ebenfalls den 5. Platz.
Dimitrios Katsikaris (-81 kg) erreichte nach einem Freilos und zwei Siegen das Poolfinale, wo er dem Kölner Linus Schreiber unterlag. In der Trostrunde konnte er sich nicht erneut durchsetzen und schied als Neunter in einem stark besetzten Teilnehmerfeld aus.
Wertvolle Erfahrungen für die Newcomer
Newcomer Linus Hohendorff (-90 kg) nutzte die Gelegenheit, im Einzelwettkampf gegen hochkarätige Gegner anzutreten. In der ersten Runde traf er auf Richard Roßler (KIT Karlsruhe). Trotz guter Anfangsphase musste er sich letztlich geschlagen geben und schied vorzeitig aus.
Jakob Algisch (-100 kg) traf bereits in Runde eins auf den Nationalkaderathleten und späteren Hochschulmeister Ilias Küster. Nach kurzer Kampfzeit musste er sich dem erfahrenen Hannoveraner ebenfalls geschlagen geben. Auch in der Trostrunde zeigte sich, wie stark besetzt diese Gewichtsklasse war.
Ähnliches Lospech hatte Aria Assarehha (-73 kg), der in einer der teilnehmerstärksten Gewichtsklassen auf den Kaderathleten Viktor Wandtke traf und verlor.
Gold im Mixed-Team-Wettbewerb
Am Sonntag zeigte sich Judith Suhrkamp wieder vollkommen erholt und marschierte mit der WG Köln souverän bis ins Finale des Mixed-Team-Wettbewerbs. Dort traf das Team auf die WG Hannover. Nach spannenden und teils sehr knappen Begegnungen setzten sich die Kölner mit 4:2 durch und sicherten sich die Goldmedaille. Damit qualifizierten sich alle Teammitglieder für die EUC 2026 in Tirana – ein besonderer Erfolg für Judith, die ihre Universität somit erneut auf europäischer Bühne vertreten darf. Bronze holten WG Braunschweig und die WG Erlangen-Nürnberg.
Bronze für die WG Köln im Newcomers-Cup
Nachdem die WG Köln in den vergangenen Jahren stets den Titel im Newcomers-Cup gewonnen hatte, gab es 2025 eine Premiere: Die WG Karlsruhe stand erstmals ganz oben auf dem Podest und gewann ein emotionales Finale mit 4:3 gegen die Universität Rostock. Die WG Köln setzte sich im Kampf um Bronze erfolgreich durch. Ebenfalls auf dem dritten Platz landete das Mixed-Team 1, in dem Athlet*innen aus verschiedenen Universitäten gemeinsam antraten.
Besonders hervorzuheben war Linus Hohendorff, der nach seiner Niederlage im Einzel eine erfolgreiche Revanche feierte und seinen Kontrahenten mit einem Ura-nage besiegte. Auch seine weiteren drei Kämpfe gewann er jeweils vor Ablauf der Kampfzeit. Jakob Algisch überzeugte ebenfalls mit vier Siegen in der Gewichtsklasse über 90 kg und sammelte wichtige Punkte für das Kölner Team.
Ein erfolgreiches Wochenende, geprägt von Leidenschaft für Judo, starkem Teamgeist und vor allem viel Freude am Sport, ging zu Ende – ein gelungener Abschluss des Jahres.